Dienstag, 7. Dezember 2010

Und was machen Sie beruflich?

Es gibt Berufe, die muss man nicht erklären. Jemand sagt Ihnen er sei Koch und sofort haben Sie eine Vorstellung, was dieser Mensch beruflich tut. Jeder hat sein eigenes Bild, der eine denkt an Alfons Schuhbeck, feines Essen und Fernsehruhm, der andere an den Koch in der Werkskantine und andere Niederungen der Gemeinschaftsverpflegung. Was aber zählt, jeder kann sich etwas vorstellen.


Werde ich nach meinem Beruf gefragt, darf ich mich auf interessante Dialoge wie diesen freuen:

Herr A:
 „Und was machen Sie beruflich?“

Ich:
„Ich bin E-Learning-Autorin.“

Herr A:
(stutzt, runzelt die Stirn)
„Ich kenne E-Mail aber was soll denn E-Learning sein?“

Ich:
(verdutzt)
„E-Learning ist eine Lernform, bei der man mit Hilfe von Lernprogrammen am Computer lernt.“

Herr A:
(völlig ungläubig)
„Und wozu soll das gut sein?“

Ich: :
(bemüht um einfache Darstellung)
„Zum Beispiel, um zeitlich unabhängig zu lernen oder um sich die Anreise zu einem Seminar zu sparen.“

Herr A:
(in fast mitleidigem Tonfall)
„Ach, und darüber schreiben Sie?“

Ich:
(leicht verzweifelt)
„Nein,nein! Ich schreibe die Konzepte für Lernprogramme.“

Herr A: :
(nun in dem Bewusstsein mich endlich verstanden zu haben)
„Sie sind also Programmiererin.“

Ich:
(freundlich lächelnd?)
„Nein, ich schreibe die Vorlage für die Programmierung. Ich entwerfe Texte und Grafiken für das Lernprogramm und beschreibe, wie die einzelnen Seiten auf dem Bildschirm aussehen sollen. Ich versuche den Lernstoff so zu bearbeiten, dass man die Präsentation auf dem Bildschirm gut verstehen kann.“

Nebenbei bemerke ich, dass meine Hände mittlerweile ein Eigenleben führen und sich beschwörend zum Himmel gerichtet haben.

Herr A:
( auftrumpfend)
 „Komischer Beruf! Wenn ich jemandem sage, ich bin Zahnarzt, weiß jeder was ich mache. Ich muss da nichts erklären.“

Komischer Beruf? Vielleicht! Aber man kommt mit anderen Menschen ins Gespräch.

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