Donnerstag, 29. September 2011

#solea11 - Die Social Learning Blogparade 2011

Es ist soweit. Der Social Media Berater Julian Grandke und ich starten gemeinsam eine Blogparade zum Thema „Social Learning“. Zusammen mit Ihnen wollen wir erkunden worum es beim „Social Learning“ eigentlich geht. Wir wollen Ideen jonglieren und einen Austausch zwischen Bloggern, Interessierten und Profis aus dem Bereich eLearning/Bildung und dem Feld Social Media & Community Management anregen.

Eingeladen ist jeder, der Interesse hat seine Gedanken und Ideen zu diesem Thema zu teilen. Egal ob Sie nun Profi oder engagierter Lerner sind. Auch Neulinge, die Fragen zum Thema „Social Learning“ haben, dürfen sich gerne einschalten. Bitte nehmen Sie sich kurz Zeit diesen Eintrag zu lesen und wenden sich mit Fragen gerne an uns.


Die Idee
Auslöser für unsere Idee zu einer Blogparade war eine Direktnachricht von Julian auf Twitter.

Ich habe erst mal geschluckt und wollte auf Tauchstation gehen. Es hat aber nicht funktioniert.

Es folgte ein reger Mailwechsel über die Ziele und Inhalte des geplanten Interviews. Julian wollte genauer wissen, wie Social Media zum Lernen eingesetzt werden kann und dieses Wissen mit den Lesern seines Blogs teilen. Und er wollte eigentlich alles wissen:
„Was bedeutet Social Learning, was ist der aktuelle Stand, wo geht die Entwicklung hin?“
Meine spontane Antwort: „Da musst Du die echten Experten fragen




Wer sind eigentlich die Experten für Social Learning?

„Die Hochschulen, beziehungsweise die Lehrenden dort, die sich mit Mediendidaktik, Web 2.0 und Enterprise 2.0 befassen. Das sind die wirklichen Experten.“ Meine Definition schien mir zwar selbst nicht ganz stimmig aber ausreichend, um eine „echte Expertin“ zu kontaktieren. Die Antwort war freundlich aber nicht ganz in meinem Sinne.
„Sind wir nicht alle Lernende in diesem Bereich?“
Da saß ich nun, mit meinem „Expertenansatz“ und dem Wunsch nach wissenschaftlich bestätigten Wahrheiten, nach Falsch-/Richtig-Antworten.



Social Learning funktioniert nicht mit dem alten Modell  vom Lehren und Lernen

„Web 2.0 is an attitude not a technologie.“, ist ein vielzitierter Klassiker von Stephen Downes und ich habe die Aussage bisher in erster Linie so verstanden:

Es sind nicht die Tools, sie erleichtern lediglich die Kommunikation und die Zusammenarbeit. Was aber viel wesentlicher ist, ist die Mentalität beziehungsweise Haltung die hinter der Idee steht. So unterschiedlich die Form und Intensität der Nutzung von Web 2.0-Diensten auch ist, es gibt zwei wesentliche Kriterien, die der Benutzer erfüllen muss, um Teil des „Social Web“ zu werden:
  • Die Bereitschaft, aktiv Inhalte zu erstellen und im Web zugänglich zu machen.
  • Die Bereitschaft, die Anonymität im Netz ganz oder teilweise aufzugeben.
So weit, so richtig aber reicht das schon aus? Was ist denn mit der Bereitschaft,
  • seinen Lernprozess öffentlich zu machen?
  • öffentlich Fehler zu machen?
  • anderen zu vertrauen?
  • alte Denkmuster loszulassen?
Diese Haltung geht weit über die aktive Erstellung von Inhalten und die Aufgabe der Anonymität hinaus. Sie erfordert auch eine besondere Offenheit für vielfältige Perspektiven und Lösungsansätze.

Wie gehen wir mit diesen Anforderungen um?

Soviel habe ich gelernt: Eine Experten-Perspektive ist mit der Lernkultur von Web 2.0/Social Learning nur schwer vereinbar. Wie gehen wir aber als Lerner, als Lehrender und im Unternehmen damit um?

Harold Jarche beschreibt in seinem Post „Those hard softskills“ einige Skills, die wir zum kooperativen Arbeiten und Lernen unbedingt brauchen und er nennt sie zu Recht hart.

Martin Lindner hat schon vor zwei Jahren seine „10 Regeln für Lerncommunities" (mit Dank an die anonymen Alkoholiker) formuliert, provokanter im Ton aber die Botschaften sind sehr ähnlich.

Haben wir diese Haltungen schon eingenommen? Wie sind Ihre Erfahrungen? Wo diskutieren Sie darüber und probieren es aus? Wir wollen den Fragen weiter auf den Grund gehen. Nicht mehr als Dialog per E-Mail sondern dort wo es hingehört, im Netz! Wir rufen deshalb zu einer Blogparade auf:

Das Ziel

Das Ziel der Blogparade besteht darin, einen Überblick über den aktuellen Stand von Social Learning im deutschsprachigen Raum zu geben und Social Learning außerhalb der Learning-Communities präsenter und (be-)greifbarer zu machen.

Die Teilnehmer der Blogparade sind aufgefordert ihren persönlichen Zugang zu Social Learning, ihre eigenen Erfahrungen und den persönlichen Stellenwert von Social Learning schildern. Dazu sollen die nachfolgenden fünf Fragen als Gerüst dienen:
  • Was verstehe ich unter Social Learning? (Die 3 wichtigsten Kennzeichen)
  • Welche Tools und Methoden haben mich begeistert? (Beim Lernen, in der Lehre, im Training)
  • Wie sieht meine ideale persönliche Lernumgebung aus? (bezogen auf Tools, Community, Art der Zusammenarbeit)
  • Wie weit ist ein Mentalitätswandel hin zu kooperativem Lernen im Netz schon verwirklicht? (Im persönlichen Bereich, im Unternehmen, im Hochschulbereich)
  • Wie könnte/sollte sich Social Learning in den nächsten Jahren entwickeln?

Bitte verlinken Sie Ihre Beiträge bis zum 27. Oktober 2011 auf http://juliangrandke.de/socialmedia/solea11-die-social-learning-blogparade-2011/ und hinterlassen Sie einen Kommentar in unseren Blogs. Wir freuen uns über Tweets zur Blogparade und zu Ihren Beiträgen. Bitte benutzen Sie beim twittern den Hashtag #solea11.

Als Abschluss der Blogparade fassen wir Ihre Beiträge kurz zusammen und verlinken noch einmal auf Ihre Blogs. Bei ausreichender Beteiligung erstellen wir aus den Beiträgen, ergänzt um ein Kurzportrait der Autoren, ein kostenloses eBook.

Alle bisherigen Beiträge sind hier kurz beschrieben und verlinkt.


Bildnachweis: Das Museumsbild basiert auf einem Foto von Trexer (* Beschreibung: Hörsal mit de:Vorlesung der de:RWTH Aachen in de:Aachen * Fotograf: Trexer * Aufgenommen: 2005 mit Nikon Coolpix 2200 {{GFDL-self}})

Kommentare:

  1. Guten Abend! Ich bin Diplompsychologin, bloggen ist meine Leidenschaft und ich habe heute die Blogparade entdeckt. Mein Artikel dazu ist jetzt ist online. http://tiny.cc/8vtu4

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  2. Jetzt erst hierher gekommen und gesehen, dass du meinen AA-blogpost verlinkt hast ;)

    wie drüben gesagt: ich glaube, dass es "social learning" vor allem dort gibt:
    - unter den learning 2.0- und enterprise 2.0-experten selbst (gerade die gruppe um Jarche, Cross u.v.a., fast alles englisch, auch Jane Hart, die britische Ele 2.0-szene um Atwell, Foster usw., natürlich jetzt auch die MOOCs ...).
    problem: das sind alles eliten. das ist auf mainstream-lernerInnen kaum übertragbar bisher.

    - unter den Open Source-entwicklern, also Linux, Apache, Mozilla (die konzeptionell "Mozilla University" wurde daraus entwickelt!). die einzigen, die das systematisch als praktisch-didaktischen ansatz weiterentwickelt haben, ist die "P2P University" (Philipp Schmidt et al.), auch die sind extrem interessant und hängen übrigens mit Mozilla zusammen.
    problem: auch die sind immer noch am anfang. aber sie tun was konkretes.

    - die praktisch orientierten, emergierenden blogosphere-communities rund um anspruchsvollere spezialthemen, wie UX Design, Enterprise 2.0 und Wissensmanagement 2.0, auch Open Government, sowas.

    - wegen dem mainstream müsste man mal systematisch YouTube durchforsten: dort gibts tutorials zu fast allem. vielleicht findet man wildwüchsige social learning-szenen zu themen, die eben nicht von vornherein was für 2.0-spezialsiten sind.

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