Donnerstag, 7. März 2013

Zwei neue MOOCs am Start - #coer13 und #ichkurs beginnen im April

Es kommt Bewegung in die deutschsprachige MOOC-Szene. Nach dem fulminanten Auftakt  zum Jahresbeginn bringt der April gleich zwei offene Online-Kurse, die das Zeug haben, auch richtig "Massive" zu werden.

#coer13 - Ein MOOC zu Open Educational Resources


Der #coer13 startet am 8. April mit dem Themenschwerpunkt Open Educational Resources. Es geht in dem Kurs darum, einen umfassenden Überblick über Theorie und Praxis offener und freier Bildungsmaterialien (OER) zu bieten.

Kursablauf

Neben einer Einführungs- und Abschlußwoche ist der #coer13 in fünf thematische Einheiten untergliedert. Die jeweiligen Schwerpunkte werden im Zwei-Wochen-Takt behandelt, ein aus meiner Sicht günstiger Rhythmus für eine nebenberufliche Teilnahme. Weitere Informationen finden Sie im Programm und in der Beschreibung des Kursablaufs.

Ich nehme am #coer13 teil und werde meine Beiträge hier veröffentlichen. Was mich besonders interessiert, ist die Frage nach der künftigen Bedeutung von OER für die betriebliche Weiterbildung. Martin Ebner, einer der Mitveranstalter des #coer13, vertritt die These (Folie 41):


In fünf Jahren werden urheberrechtlich geschützte Materialien uninteressant sein.




Sollte er damit Recht behalten, was bedeutet das dann für die Weiterbildung in Unternehmen und ganz besonders, was folgt daraus für die Anbieter entsprechender Weiterbildungskurse beziehungsweise für Contentanbieter?

#ichkurs - Ein MOOC zum Thema Persönliche Entwicklung


Der #ichkurs beginnt am 22. April und es wird sich alles um das Thema "Persönliche Entwicklung" drehen. Der Kurs wendet sich an Coaches und Trainer sowie alle, die Interesse an persönlicher Weiterentwicklung haben.


Kursablauf

Der #ichkurs umfasst sechs Einheiten, die im Rhythmus von 2 - 3 Wochen bearbeitet werden. Auftakt einer Kurseinheit wird jeweils ein Einführungsvideo sein, begleitet von weiterführenden Leseempfehlungen, Übungen, Spielen und Aufgaben sowie Interviews mit Experten und anderen Coaches.

Einen schnellen Überblick über die Themen und was dahinter steckt, liefert der ichkurs-Teaser.

Alle Inhalte des #ichkurs sind in der "Free-Version" kostenlos verfügbar. Was den #ichkurs aber besonders deutlich von anderen MOOCs unterscheidet, sind zusätzliche kostenpflichtige Leistungen. Je nach gewähltem Modell kann beispielsweise Betreuung durch Mentoren, Zugang zu einem geschlossenen Forum oder zusätzliches gedrucktes Material gebucht werden.

Am #ichkurs finde ich besonders zwei Aspekte sehr interessant:
  • Es wird eine sehr breite Zielgruppe angesprochen. Die bisherigen deutschsprachigen MOOCs, wie #opco11, #opco12 und #mmc13, waren in erster Linie Angebote für die Learning-Community. Das Thema "Persönliche Entwicklung" hat dagegen das Potenzial, diese Begrenzung zu sprengen und offene Online-Kurse auch unter ganz normalen Lernenden bekannt zu machen. MOOCs könnten damit ein Stück aus der Experten-Ecke geholt werden, hin zu den Lernenden, wo sie nach meinem Verständnis auch hingehören.
  • Hinter dem #ichkurs steckt auch die Erprobung eines Geschäftsmodells. Der Veranstalter, Dr. Johannes Moskaliuk, schreibt dazu selbst: "Allerdings funktioniert das Konzept nur, wenn eine kritische Masse an zahlenden Nutzern an dem Kurs teilnehmen." Wird es gelingen, genügend zahlende Teilnehmende für den Kurs zu gewinnen? MOOCs sind noch sehr neu im deutschsprachigen Raum und sie verlangen den Teilnehmenden einiges ab. Zu den Schwierigkeiten und Abbruchraten habe ich bereits im Verlauf des #mmc13 gebloggt. Kann ein kostenpflichtiges Angebot, besonders eine Betreuung, dazu beitragen, die Schwierigkeiten zu mindern. Wirkt sich möglicherweise die Bezahlung positiv auf die Motivation aus?
Zu diesen Fragen, wie auch zu den jeweiligen Einheiten des #ichkurs, werde ich in den kommenden Monaten hier berichten.

Kommentare:

  1. Danke für den Beitrag! Der erste Punkt in Sachen "Zielgruppe" ist für mich tatsächlich ein sehr spannender! Interessanter Weise scheint der #ichkurs nämlich für die "Learning-Community" aus #opco11, #opco12 und #mmc13 wohl eher nicht attraktiv, das zeigt zumindest mein subjektiver Eindruck beim Scrollen durch die bisherigen Anmeldungen. Klar liegt das am Thema, auch wenn viele der Inhalte gerade für Lehrende/Trainer/Dozenten hochrelevant.

    Gleichzeitig fehlen aber beim #ichkurs auch die typischen "Impression Management"-Werkzeuge wie Twitter-Wall, Blog-Aggregator ... und auf der Kurs-Seite gibt es keine "Meta-Diskussionwn" um Tools, Methoden und Inhalte. Ob ich teilnehme oder nicht, kriegt also erstmal nach außen hin keiner mit. Fehlt damit wichtiges motivierendes Moment für die "Netz- und Bildungs-Elite"?

    Muss ich da noch nachjustieren? Oder liegt genau darin die Chance für die, die gar nicht wissen wollen, ob der #ichkurs ein MOOC ist oder nicht?

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  2. Die Relevanz für Trainer/Lehrende/Dozenten sehe ich ebenfalls. Angefangen vom Umgang mit Emotionen, über die Themen Kreativität und Glaubenssätze (Beliefs), bis hin zur Kommunikation sind das ja alles hochinteressante "Trainerthemen". Obwohl ich als E-Learning-Autorin nicht direkt im Trainingsbereich arbeite, finde ich den #ichkurs deshalb auch inhaltlich äußerst attraktiv. Die beiden angesprochenen Punkte fand ich allerdings konzeptionell hervorstechend.

    Die Meta-Diskussion werde ich, aus meiner jetzigen Sicht, nicht vermissen. Es wäre schön, wenn man über die Tools nicht reden müsste und sich auf die Inhalte konzentrieren kann. Ob das gelingt, ist eine andere Frage, weil es ja entsprechend medienkompetente Teilnehmer/innen voraussetzt.

    Einen Blog-Aggregator fände ich aber sehr hilfreich. Ich kann mir schwer vorstellen, wie sonst eine Übersicht über laufende Beiträge gelingen soll.

    Zur MOOC-Diskussion habe ich ja im Post schon versucht, meine Position darzustellen. Ich finde es wichtig, die Grundidee - freier Zugang zu den Inhalten, Vernetzung, Austausch von Wissen und Ideen - in die Breite zu befördern. Dazu sind die Inhalte des #ichkurs aus meiner Sicht gut geeignet. Die Themen brennen ja beinahe jedem mehr oder weniger auf den Nägeln. Das Problem sehe ich eher darin, zu vermiteln, dass man diese Inhalte auch sehr gut in einem Online-Setting bearbeiten kann. Ich glaube, da müssen noch "dicke Bretter" gebohrt werden. Ob es sich beim #ichkurs um einen MOOC handelt oder nicht, wird hingegen die Teilnehmenden außerhalb der "Learning-Community" nur wenig interessieren.

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