Donnerstag, 7. November 2013

Formal, non-formal, informell - Die Crux mit den Begriffen

Wer sich mit Weiterbildung beschäftigt, ist zwangsläufig mit den unterschiedlichen Bildungsformen - formal, non-formal und informell - konfrontiert. Wohl dem, der sich dabei noch nie in diesem Begriffsdschungel verirrt hat. Hier hilft die aktuelle Weiterbildungsstudie "Adult Education Survey 2012" mit einer erfreulich einfachen Grafik und weil die gesamte Studie unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY-SA veröffentlich ist, darf sie genutzt, verändert und verbreitet werden.

Die Bildungsformen in der Übersicht

 

Creative Commons Lizenzvertrag
Weiterbildungsverhalten in Deutschland, Herausgebende Institution: Deutsches Institut für Erwachsenenbildung (DIE) ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. Quelle

Zur formalen Bildung gehören in die Deutschland die Bildungsgänge der Primar- und Sekundarstufe sowie der tertiäre Bildungsbereich, dies sind neben Hochschulen beispielsweise Fachschulen und Berufsakademien. Bei formaler Bildung handelt es sich in der Regel um organisierte, aufeinander aufbauende Vollzeitbildungsgänge. Als zusätzliches Kriterium gilt eine Verortung im Nationalen Qualifikationsrahmen sowie eine Mindestdauer von 6 Monaten. Damit gehört zum Beispiel die Meisterausbildung oder die Ausbildung zum geprüften Fachwirt/zur geprüften Fachwirtin in den Bereich der formalen Bildung, obwohl es sich streng genommen um Weiterbildung handelt.

Non-formale Bildung umfasst alle organisierten Lehr-/Lernsettings, die nicht in den Nationalen Qualifikationsrahmen eingebunden sind. Wesenliche Merkmale sind nach der Definition im "Adult Education Survey 2012", Seite 19:

Ein Mindestmaß an Organisiertheit – ein Anbieter der Veranstaltung ist identifizierbar, die Veranstaltung hat ein definiertes Lernziel und ein Curriculum, Anfang und Ende sind bestimmt.
Es handelt sich also um alle Bildungsangebote, die wir landläufig Weiterbildung nennen, wobei in der Weiterbildungsstudie noch die Unterscheidung nach:
  • betrieblicher Weiterbildung
  • individueller berufsbezogener Weiterbildung
  • nicht-berufsbezogener Weiterbildung
getroffen wird. Diese Segmentierung ist wichtig für die genauere Analyse der einzelnen Segmente, für die grundlegende Definition der non-formalen Bildung aber nicht notwendig.

Unter informellem Lernen wird schließlich jede Form von selbstorganisiertem Lernen verstanden, vorausgesetzt es liegt eine Lernintention vor. Hier liegt aus meiner Sicht ein wesentlicher Unterschied, zu der gelegentlich gebrauchten Definition des "zufälligen Lernens" oder "natürlichen Lernens".

Der Begriffsdschungel ließe sich somit leicht entwirren, wenn sich denn alle Beteiligten auf die Definitionen des "Adult Education Survey 2012" einigen könnten.

Die gesamte Studie zum "Weiterbildungsverhalten in Deutschland" kann kostenlos beim W. Bertelsmann Verlag heruntergeladen werden.

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